EINE GUTE SCHULBILDUNG IST DER ERSTE SCHRITT AUS DER ARMUT

Nelson Mandela, als Graffiti auf einer Mauer in Kapstadt, mit seinem meist zitierten Worten zum Thema Bildung.

Dieser Satz von Nelson Mandela wird nie seine Gültigkeit verlieren. Trotzdem sieht die Realität anders aus. Weltweit gibt es immer noch über 240 Millionen Kinder, die nicht in die Schule gehen (UNESCO), die meisten davon in Entwicklungsländern wie z.B. in Kenia und Tansania.

Die Regierungen in Kenia und Tansania haben in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um Schulbildung für alle Kinder zu ermöglichen.  Auch das Recht der Kinder auf Schulbildung wurde in den jeweiligen Verfassungen gestärkt (Kenia 2014 Artikel 53:1 und 55 a Tansania 2015)

Viele Schulen sind gebaut worden, die Schulgebühren für die Grundschulen wurden ausgesetzt und so sind die Einschulungsraten für Erstschüler auf knapp 92%, laut UNESCO,  angestiegen.  Auf den ersten Blick ein Erfolg, aber leider sieht die Realität anders aus.

Kinder in Tansania werden eingeschult. Die Einschulungsrate ist hoch, die Qualität der Schulbildung unzureichend
Große Anstrengungen sind von den Regierungen unternommen worden, damit möglichst viele Kinder eingeschult werden. Allerdings ist Quantität nicht gleich Qualität und so ist die Schulausbildung für die meisten Schüler nur als unzureichend zu bewerten.

QUANTITÄT VS. QUALITÄT
Kinder bleiben auf der Strecke

  • 18,362 Grundschüler der Klassen 3 und 4 von 379,000, die 2022 in Simiyu zur Prüfung zugelassen waren,  konnten weder Lesen, Schreiben noch Rechnen (Bericht The Citizen)

 

  • Den Grundschulabschluss (PSLE = Performance of Primary School Leaving Examination) schaffen im Durchschnitt 81,5% der Schüler (Presidents Office – United Republic of Tanzania Statistic Data). Zu bemerken ist dabei das hohe Gefälle zwischen den Großstädten, wie z.B. Dar es Salaam, mit über 93% erfolgreichen Schulabschlüssen und den ländlichen Regionen, wie z.B. der Mara-Region, in dem nur 69,7% der Kinder einen Schulabschluss schaffen.

 

  • Laut UNESCO gehen nur 28,67% aller Grundschüler in Tansania auf die Secondary, die ein wichtiger Meilenstein zur späteren Berufsausbildung ist. Laut Bericht The Citizien bestehen die Abschlussprüfung ACSEE (Advanced Certificate of Secondary Education Examinations) dabei im Durchschnitt nur etwa 68% der Prüflinge.

 

  • Die dritte Stufe der Schulausbildung, höhere Secondary = Tertiary, schaffen nur etwa 10% aller Jugendlichen in Kenia und 7,8 % in Tansania (UNESCO).

 

  • Immer noch gibt es eine sehr hohe Analphabetenrate in Kenia und Tansania
    (Kenia: 17,4%  der Erwachsenen im Alter 15+ und 12,2% der unter 15-jährigen; Tansania: 22,4% der Erwachsenen im Alter 15+ und 14,2% der unter 15-jährigen)
Eine Gruppe junger Männer stellen sich an um einen Tagesjob zu ergattern.
Trotz hoher Einschulungsquoten hat Tansania nach wie vor eine sehr hohe Analphabetenrate. 22,4% der Altersgruppe 15+ können weder Lesen, Schreiben noch Rechnen. Einer der Gründe ist sicherlich die qualitativ unzureichende Schulausbildung, gerade in den ländlichen Regionen oder den Schulen in Slumgebieten wie z.B. in Tabata dampo oder Vingunguti.
Die jungen Männer hier sind Tagelöhner. Sie stehen an und hoffen, dass sie einen Job ergattern können. Ohne Schulausbildung gibt es keine Aussicht auf eine bessere Zukunft.

Damit Kinder die Chance auf ein besseres Leben haben, müssen sie Lesen und Schreiben können.

Zu große Klassen, keine Schulbücher und schlecht ausgebildete Lehrer. Viele Kinder bleiben dabei auf der Strecke. Wenn ihnen nicht geholfen wird bleiben sie in Not und Armut gefangen.

Spezielle Nachhilfeklassen unterstützen die Kinder in den wichtigsten Lernfächern, damit sie das Klassenziel erreichen und eine gute Basis für den Schulabschluss haben.

Der Unterricht für ein Kind für ein Jahr kostet 78 Euro.
6,50 pro Monat, die das Leben eines Kindes nachhaltig verbessern.

Was sind die Ursachen für die schlechte Qualität der Schulbildung in Tansania und Kenia

Sowohl die tansanische wie auch die kenianische Regierung haben in den vergangenen Jahren die Mittel für Bildung erheblich gesteigert. Trotzdem konnten viele Missstände nicht behoben werden, wie Berichte von UNICEF, IACE und Tafutakenya zeigen.

Zu wenig Schulen – zu wenig Klassenräume – zu große Schulklassen

Der Mangel an Schulen und entsprechenden Klassenräumen ist chronisch. Laut Gesetzgebung sollten nicht mehr als 40 Kinder in einer Klasse sein. In ländlichen Regionen sind es meist bis zu 100 Schülern und manche Schulen, wie z.B. in Kibera oder Tabata dampo, haben bis zu 200 Schüler in einer Klasse.

Viele Schulkinder drängeln sich in einer Klasse. Der Raum ist komplett überfüllt.
Klassengrößen von bis zu 100 Kindern in der Grundschule, sind keine Seltenheit. Vor allem in ländlichen Regionen oder den Schulen in den Slums, wie z.B. Jobenpha. Bei diesen Klassengrößen, nur einem Lehrer und eventuell nur einem  Textbuch für 20 Schüler ist guter Unterricht und eine gute Schulbildung kaum möglich.

Mangelhafte Ausstattung der Schulen

In der Regel sind die Klassenzimmer, gerade auch in den Dorfschulen, nicht auf so viele Kinder ausgerichtet. Es fehlt an Tischen, Bänken, Stühlen. Viele der Schulkinder verbringen den Unterricht auf dem Boden oder drängeln sich zu dritt oder zu viert auf einer Schulbank, die eigentlich nur für zwei Schulkinder ausgerichtet ist.

Eine überfüllte Schulklasse. Schüler sitzen vorne auf dem Boden um dem Unterricht zu folgen.
Die Ausstattung der staatlichen Schulen ist mangelhaft. Drei bis vier Schüler drängeln sich auf einer Schulbank, die eigentlich nur für zwei Schüler ausgelegt ist. Einige der Schüler müssen auf dem Boden sitzen während des Unterrichts, weil nicht genügend Tische und Stühle vorhanden sind.

Helfen Sie Kindern zu mehr Qualität im Schulunterricht und der Chance auf einen besseren Schulabschluss

Auf dem Boden sitzen zu müssen oder sich zu viert in einer Schulbank drängeln – Lernen ist so nicht möglich. Eine Schulbank für 2 Kinder kostet 25 Euro.

Mangel an Lehr- und Lernmaterialien

Die Mehrheit der öffentlichen Schulen in Tansania und Kenia ist nicht ausreichend mit Lehr- und Lernmaterial ausgestattet. Laut einer Umfrage (IACE) sind Lehrer bereits glücklich, wenn sie ein Schüler-Buch-Verhältnis von 10:1 haben. Aber meistens teilen sich 20 Kinder und mehr ein Textbuch. Es gibt auch Schulen ganz ohne Schulbücher. Die Kinder können dann nur dem Lehrer zuhören und versuchen so viel wie möglich in Erinnerung zu behalten.

Afrikanische Schulkinder sitzen dicht gedrängt in der Klasse. Die Kinder haben keine Schulbücher zum Lernen.
Die Kinder sitzen dicht gedrängt auf einer Schulbank in überfüllten Klassenräumen. Auf 10 bis 20 Schüler kommt oft nur ein Lehrbuch. Die Kinder können dem Lehrer nur zuhören. Mangelhafter Unterricht durch nicht vorhandenes Lern- und Unterrichtsmaterial. Die Kinder haben so kaum eine Chance auf einen Wechsel zur nächst höheren Schulstufe und damit keine Chance auf eine spätere Berufsausbildung.

Mangel an Lehrkräften

Das durchschnittliche Schüler-Lehrer-Verhältnis bei den staatlichen Grundschulen liegt bei 50:1 (Global Economy) Im ländlichen Bereich ist die Schüler-Lehrer-Ratio mit 70 oder gar  80:1 deutlich höher. Im Vergleich dazu liegt das Schüler-Lehrer-Verhältnis in den Privatschulen bei 24:1 Allerdings können sich Privatschulen nur die wenigsten Familien leisten.

Eine große Ansammlaung Schulkinder in einem Wellblech-Klassenzimmer ohne Fenster.
80 Kinder und mehr drängeln sich in ländlichen Gebieten oder Slum-Schulen in einem Klassenzimmer ohne Fenster. Selbst der engagierteste Lehrer hat so keine Chance auf einen guten Schulunterricht.

Mangelhafte Ausbildung und Weiterbildung der Lehrkräfte

Selbst mit einer sehr schlechten Schulexamensquote wird man an den pädagogischen Hochschulen angenommen. Die Qualität der meisten Grundschullehrer ist unterdurchschnittlich, was sich auf die Lernprozesse der Schüler auswirkt. Nach der Zuweisung einer Lehrerstelle absolviert die Mehrheit der Lehrkräfte keine berufsbegleitende Weiterbildung, um mit Reformen oder Neuerungen im Lehrplan Schritt zu halten.

Geringes Lehrergehalt zwingt Lehrkräfte zu Zweitjobs

Lehrer der staatlichen Schulen kämpfen mit viel zu kleinen Gehältern, die sie von der Regierung bekommen. Um ihre Lebenskosten bestreiten zu können benötigen sie einen Zweit- manchmal sogar einen Drittjob. Mehrfach belastet bleiben Lehrer oft dem Unterricht fern. Notwendiger Lehrstoff wird nicht vermittelt, in den Abschlussprüfungen jedoch abgefragt.

Wie hilft Planet-Children Kindern zu einem besseren Unterricht und Schulabschluss

Eine gute Schulausbildung ist der erste wichtige Schritt um dem Teufelskreis der Armut zu entkommen. Gute Schulnoten sind wichtig um in die nächst höhere Schulstufe zu kommen und sich damit die Chance auf eine spätere Berufsausbildung zu wahren.

Planet-Children, zusammen mit seinen Partnern vor Ort, setzt sich ein, dass Kinder eine faire Chance auf eine gute Schulausbildung bekommen. Das ist Fokus und Hauptbestandteil unserer Arbeit vor Ort.

Jedem Kind sein eigenes Schulbuch

Wenn im besten Fall 10 Kinder sich ein Schulbuch teilen dann ist Lernen so gut wie unmöglich, ganz zu schweigen, dass später ein guter Abschluss geschafft werden kann.

Jedem Kind sein eigenes Schulbuch. Damit dies möglich ist, unterstützen wir Schulen im Aufbau mit einer Schulbibliothek. Die Schulbücher, die angeschafft werden, gehören der Schule und werden an die Schüler nur ausgeliehen. Am Ende des Schuljahres werden die Bücher ausgetauscht. Die alten Bücher werden zurückgegeben und die Schulbücher für die nächste Klasse ausgegeben.

Ein junge in Afrika strahlt über sein eigenes Schulbuch. Die anderen Schüler warten noch, bis sie an der Reihe sind.
Jeder Schüler braucht seine eigenen Schulbücher, um sinnvoll und erfolgreich Lernen zu können. Die Schulbücher gehören der Schule und werden an die Schüler nur ausgeliehen. Am Ende des Schuljahres werden die Bücher zurückgegeben und für das neue Schuljahr eingetauscht.

Schenken Sie einem Kind einen guten Schulabschluss und damit den Weg aus der Armut

Bitte helfen Sie jetzt!

Kinder mit eigenen Schülbüchern verbessern ihre schulischen Leistungen im Schnitt um zwei Schulnoten. Die Kinder schaffen so den Transfer zur weiterführenden Schule und vor allem, sie schaffen so ihren Schulabschluss. Ein Schulbuch kostet im Schnitt 5-7 Euro. Ein komplettes Set der wichtigsten Schulbücher für ein Kind kostet 25 bis  35 Euro.

Aufbau und Ausstattung von Dorfschulen

Gerade in den ländlichen Regionen gibt es viel zu wenig Schulen. Manche Kinder müssen stundenlang zur Schule laufen und sind entsprechend müde, wenn sie schließlich ankommen.

Wenn sich eine dörfliche Gemeinde dazu entschließt eine Schule aufzubauen, dafür Grund zur Verfügung stellt, eigene Arbeits- und Materialleistung erbringt, unterstützen wir diese Bestrebungen. Wie zum Beispiel auch in Ihemalo, wo wir den Aufbau der Dorfschule unterstützt haben.

Eine Schulklasse in Tansania steht mit ihrem Lehrer vor dem Schulgebäude und freuen sich über ihre neue Schule.
Die Schule in Ihemalo (Nord-Westen Tansanias) war dringend erforderlich. Viele der Kinder mussten stundenlang bis zur nächsten Schule laufen. In Zusammenarbeit mit dem Dorf war es 2021 dann soweit. Die Schule ist eröffnet worden. Obwohl noch einiges fehlt, gehen bereits 314 Kinder auf die Schule.

Lehrmaterial für guten Unterricht

Anschaulicher Unterricht geht nur, wenn auch Unterrichts- und Lehrmaterial zur Verfügung steht. Besonders wichtig in den naturwissenschaftlichen Fächern, wie z.B. Chemie. Wir gehen auf die Bedürfnisse und Wünsche von Schulleitung und Lehrern ein und unterstützen den Aufbau mit entsprechendem Lehrmaterial.

Zwei Teenager im Chemielabor.
Wir unterstützen in Absprache mit Lehrern und Schulleitung die Anschaffung von Unterrichtsmaterial. Gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern ist Unterrichtsmaterial besonders wichtig für das Verständnis der Schüler um Zusammenhänge und Wirkung.

Weiterbildung für Lehrkräfte

Das Gehalt, das Lehrkräften bezahlt wird, ist sehr gering. Von diesem Gehalt auch noch eine Weiterbildung zu zahlen ist in den meisten Fällen nicht möglich. Dennoch wünschen sich viele der Lehrkräfte Weiterbildung und Vertiefung ihres Wissensstandes. Wir unterstützen Lehrer bei dem Wunsch für Weiterbildung, in dem wir Lehrkräfte mit verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten fördern oder eigene Workshops mit entsprechenden Fachreferenten organisieren.

Eine Gruppe Menschen, die gerade ein Examen bestanden haben, vor einem Gebäude.
Um einen besseren Unterricht zu erreichen fördern wir die Lehrkräfte mit Weiterbildungsseminaren. Oft bieten wir selbst entsprechende Fachseminare mit erfahrenen Dozenten an, zu dem wir Lehrer aus Stadt und Region einladen.

Nachhilfeklassen

Bei den riesigen Klassengrößen, mit nur einem Lehrer, bleibt es leider nicht aus, dass viele der Kinder den Anschluss verpassen. Zusammen mit unseren Partnerorganisationen vor Ort organisieren wir Nachhilfeklassen. Kleine Klassengrößen mit maximal 20 Schülern, engagierte Lehrer, Schulbücher – all das garantiert, dass die Kinder die Defizite aufholen und wieder Anschluss an das Klassenniveau bekommen.

Schulkinder mit gleichen Schuluniformen sitzen einer Klasse. Die Gruppe ist klein und erhält Nachhilfeunterricht.
Viele Kinder der staatlichen Schulen in Tansania und Kenia brauchen Nachhilfeunterricht. Bei Klassengrößen von bis zu 100 Kindern bleiben die Schwächsten auf der Strecke. Damit auch sie eine Chance haben bieten wir Nachhilfeunterricht an. Maximal 20 Kinder pro Klasse und jedes Kind ausgestattet mit Schulbüchern und Schreibmateril. In einem Jahr werden sie das Klassenniveau hoffentlich eingeholt und vielleicht sogar überflügelt haben.

Schulspeisung

Die meisten Kinder der öffentlichen Schulen kommen aus ärmlichsten Verhältnissen. Viele von ihnen haben einen langen Schulweg, den sie oft schon vor Morgendämmerung antreten müssen. Die Kinder verlassen ihr zuhause ohne Frühstück. Oft gibt es nicht einmal eine heiße Tasse Tee. Ausgehungert und müde kommen sie in der Schule an. Wie sollen sie da noch lernen? In Zusammenarbeit mit den Dorfgemeinschaften und Partnern vor Ort unterstützen wir die Ausgabe von Schulspeisung für die Kinder. Dabei erhalten die Jüngsten von ihnen noch ein extra Frühstück, einen Mais-Hirse-Brei mit Milch und Zucker, genannt Uji, den die Kleinen besonders lieben.

Schulkinder sitzen im Freien und essen ihre Schulspeisung.
Die meisten Kinder an öffentlichen Schulen kommen aus ärmlichsten Verhältnissen. Viele laufen stundenlang ohne Frühstück in die Schule. Die Schulspeisung ist oft die einzige warme Mahlzeit, oft die einzige Mahlzeit, der Kinder.

Schenken Sie einem Kind eine Mahlzeit

Die meisten Kinder der öffentlichen Schulen stammen aus ärmlichsten Verhältnissen. Sie kommen ohne Frühstück zur Schule, nach einem langen Schulweg für viele. Sie freuen sich bereits jetzt auf ihre Schulmahlzeit. Für die meisten Kinder die einzige warme Mahlzeit des Tages, für viele der Kinder die einzige Mahlzeit des Tages überhaupt.

18 Euro kostet die Schulspeisung für ein Kind für einen Monat.

Der Weg zur Bildung wird Mädchen erschwert und oft verwehrt

Pauschal gesagt besteht 50% der Weltbevölkerung aus Mädchen und Frauen. Der Mehrwert, den eine Gesellschaft durch flächendeckende Bildung von Mädchen und Frauen erfährt, ist wertvolles Potential. Leider wird dieses Potential nicht genutzt.

Eine junge muslimische Schülern, die hoffnungsvoll in die Kamera schaut.
Mädchen brauchen besondere Unterstützung. Oft wird ihnen der Schulbesuch verwehrt. Zuerst kommen die Brüder, dann ist ohnehin kein Geld mehr da. Oft wird das Mädchen  früh verheiratet. Der Brautpreis ernährt die restliche Familie für eine Weile. Aufklärung über den Mehrwert einer gebildeten Tochter ist hier notwendig.

Zwangsehe

Nach wie vor werden Mädchen lieber früh verheiratet, um über den Brautpreis die weitere Familie zu ernähren, als darüber nachzudenken, wie viel mehr ein Mädchen mit Bildung die Familie später unterstützen könnte. Viele Mädchen werden weit vor dem 18. Lebensjahr verheiratet. Nach der Eheschließung ist Schulbesuch ausgeschlossen, weil von den Ehemännern nicht geduldet.

Eine junges Mädchen als afrikanische Braut, ganz in weiss.
Auch Mädchen, die sehr gut in der Schule sind, werden zwangsverheiratet. Mit dem Brautpreis kann die restliche Familie eine Weile leben. Das sich die Bildung später auszahlt, ist vielen Vätern nicht bewusst oder sie sind einfach nur gleichgültig. Wir tun unser möglichstes um aufzuklären und die Mädchen in in der Schulbildung zu lassen.

Schulversagen und Drop out durch Menstruation

Wenn man Bildung für Mädchen ernst nimmt, darf man auch die Probleme der Mädchen nicht übersehen, die durch die monatliche Menstruation entstehen. Viele der Mädchen haben keinen Zugang zu Hygieneartikeln und die monatliche Menstruation wird zum Spießrutenlauf. Die Mädchen bleiben in dieser Zeit lieber zuhause und verpassen so viele Tage Unterricht. Irgendwann haben sie den Anschluss an die Klasse ganz verpasst und steigen aus der Schulbildung aus.

Wer schwanger ist darf nicht in die Schule gehen

Ganz egal ob eine Schwangerschaft gewollt oder ungewollt passiert ist, das Mädchen wird von der Schule gewiesen. Sie darf auch nach Geburt des Kindes nicht wieder in den Schulunterricht. Diese frauenfeindliche Regelung hat jahrzehntelang Mädchen und junge Mütter vom Recht der Bildung ausgeschlossen und sie damit zu einem Leben in Armut verurteilt.

Auf Druck der Weltbank hat Präsidentin Samia Suluhu Hassan 2021 dieses Gesetz zurückgenommen. Ein Sieg für junge Frauen. ABER, das jahrzehntelang bestehende Schulverbot hat bereits tausende von Mädchen, jungen Frauen und Müttern in ein Leben der Armut verbannt.

Wie unterstützt Planet-Children Bildung der Mädchen

Kostenlose Hygieneprodukte

Wenn man Bildung für Mädchen ernst nimmt, muss man unbedingt das Problem der monatlichen Hygiene ernst nehmen und Abhilfe schaffen.

Zusammen mit Partnern vor Ort unterstützen wir Mädchen aus verschiedenen Schulen mit kostenlosen Hygieneprodukten und entsprechender Unterwäsche.  Zum Thema Menstruation geben wir an den Schulen und an verschiedenen Wochenenden Sexualkundeunterricht, weil in diesen Bereichen große Unsicherheit und Unwissenheit besteht.

Bislang wurden an die Mädchen Einmal-Hygieneprodukte verteilt. Das stellt uns allerdings vor eine große Herausforderung, da diese Produkte regelmäßig nachgekauft werden müssen. Das Budget ist dabei schnell aufgebraucht und hindert uns daran mehr Mädchen in das Programm aufzunehmen. Deshalb versuchen wir jetzt die Mädchen auf wiederverwendbare Produkte umzustellen, wie z.B. Menstruationstassen.

Junge Mädchen sitzen in einer Gruppe und jede von ihnen hält kostenlose Hygieneprodukte in ihren Händen.
Wer Bildung für Mädchen ernst nimmt muss sich auch um die Herausforderungen der monatlichen Menstruation kümmern. Viele Mädchen verlassen die Schule, weil sie zuviel Unterricht versäumt haben. Die Mädchen haben keinen Zugang zu Hygieneprodukten und verkriechen sich während dieser Zeit zuhause. Wir verteilen kostenlose Hygieneprodukte, damit Mädchen keine Stunde Unterricht mehr versäumen.

Die monatliche Periode darf nicht zum Spießrutenlauf für junge Mädchen werden.

Bitte helfen Sie jetzt!

In der Zeit ihrer Periode bleiben viele Mädchen der Schule fern, weil sie keinen Zugang zu monatlichen Hygieneprodukten haben. Irgend wann haben sie so viele Unterrichtsstunden versäumt, dass sie ganz aufgeben.

Damit das nicht passiert unterstützen wir Mädchen mit kostenlosen Hygieneprodukten.

Bitte unterstützen auch Sie die Mädchen. Die Kosten für monatliche Einmal-Produkte pro Mädchen belaufen sich für ein Jahr auf 18 – 20 Euro. Für mehrfach wiederverwendbare Hygieneprodukte, wie z.B. die Menstruationstasse, belaufen sich die Kosten auf 25 Euro. Zeitraum zur Wiederverwendung 5 bis 10 Jahre.

WASH

Ein weiterer Punkt bei dem die Mädchen Unterstützung brauchen ist Zugang zu sauberen Toiletten und sauberen Waschräumen. An den staatlichen Schulen besitzen nur die allerwenigsten Schulen entsprechende Hygienevorrichtungen. Wichtig sind entsprechende Waschräume und Toiletten vor allem auch in den weiterführenden Schulen. Hier hat jede der Schülerinnen ihre monatliche Periode und Ausfalltage an der Secondary, auf Grund mangelnder Hygienevorrichtungen, sind für die Mädchen kaum aufholbar.

Eine Gruppe weiblicher Teenager vor ihren sehr sauberen und modernen Waschräumen.
Auch wenn der Waschraum hinter den Mädchen noch nicht komplett ist, die Schülerinnen freuen sich trotzdem. Das notwendige saubere Wasser wird vorerst in großen Plastikbehältern gespeichert, bis der Anschluß für das Fließend-Wasser gelegt ist.

Aufklärung und Safe House im Kampf gegen Frühverheiratung und Zwangsehe

Zusammen mit unseren Partnern vor Ort besuchen wir Dörfer und Familien. Wir sprechen mit den Dorfältesten, den Vätern und Brüdern. Dabei stellen wir den Wert eines Mädchens mit Bildung für die Familie in den Vordergrund. Wir verteilen dabei auch Telefonnummern und Adressen, wie und wo wir im Notfall zu erreichen sind.

INFO

Kenia -Land und Bildungswesen-  im Überblick

Kenia gehört zu den Ostafrikanischen Ländern. Seine Küste liegt am Indischen Ozean, mit wunderschönen Stränden und Badegebieten. Der Äquator verläuft fast direkt über die Mitte des Landes. Von Norden nach Süden durchzieht der Ostafrikanische Grabenbruch,  das Rift Valley, das Land. Hier befindet sich der zweithöchste Berg Afrikas, der Mount Kenya, mit seinen 5.199 m. Mit einer Landesfläche von 580.367 qkm (Deutschland: 357.093 qkm) hat Kenia sehr viel an Flora und Fauna zu bieten.  Nicht zuletzt durch die beeindruckenden Nationalparks, wie z.B. das berühmte Masai Mara, Tsavo oder auch den Amboseli-Nationalpark, berühmt für seine Elefanten.

Nationalpark Masai Mara mit Giraffen und einer Schirmakazie.
Die Masai Mara ist wohl der bekannteste Nationalpark Kenias. Die Tourismusindustrie ist Arbeitgeber Nummer eins in Kenia und auch in Tansania.

Sozio-ökonomische Kennzahlen Kenia

Gesamtbevölkerung (in tausend) 53.771
Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 24 Jahren (in tausend) 11.248
Bevölkerung 14 Jahre und jünger (in tausend) 20.750
Bevölkerung die auf dem Land lebt (%) 72
Geburtenrate pro Frau 3,40
BIP pro Kopf in US$ 5.024
Unter 2$ pro Tag lebend (in %) 37,10
% der Bevölkerung gesamt unter 14 Jahren 39

Beteiligung am Bildungswesen

Grundschule 77 % (2019)
Untere weiterführende Schule (Secondary) 61 % (2020)
Höhere weiterführende Schule (Tertiary) 10 % (2020)
Quelle: UNESCO und UNICEF

Schüler mit Schulabschluss

Grundschulabschluss
Über 75% der Abschlussschüler haben 2021 eine gute bis zufriedenstellende Leistung bei der nationalen Abschlussprüfung erzielt. 296.336 Schüler (24% KNEC KCPE 2022) haben ihre Prüfung mit mangelhaft abgeschlossen. Damit bleibt ihnen der Gang auf eine weiterführende Schule versagt.

Secondary Schulabschluss
Laut einem Bericht der AFPAC  über die Secondary-Schulabschlussergebnisse 2021 haben sich nur 39,5 % der Abschlussschüler für eine Weiterbildung qualifiziert. 495,686 Schüler (60,5%) haben den Abschluss verfehlt.

Alphabetisierungsrate

Alphabetisierungsrate der Erwachsenen (>15)  82,6%
Alphabetisierungsrate der Jugendlichen (<15)  87,8%

(Quelle: Knoema)

Bildung unterstützt Naturschutz

Kinder mit guter Schulausbildung werden später die Chance auf eine qualifizierte Berufsausbildung haben. Eine Berufsausbildung schafft Zukunft und ein besseres Leben. So im Leben stehend, setzen die jungen Menschen sich ein für Umwelt und Naturschutz. Ein Thema, das uns allen am Herzen liegt.

Eine Patenschaft fördert Zukunft und ein besseres Leben. Erleben Sie Schritt für Schritt, wie Ihre Patenschaft die Welt ein kleines bisschen besser macht.

 

INFO

Tansania -Land und Bildungswesen- im Überblick

Tansania ist bekannt durch seinen Naturreichtum. Viele bekannte Nationalparks wie z.B. die Serengeti oder der Ngorongoro Krater sind Magnetpunkte der zahlreichen jährlichen Besucher. Stolz ist Tansania auch auf den höchsten Berg Afrikas, der in Tansania beheimatet ist, der Kilimandscharo mit seinen 5.895 m.

Vor der tansanischen Küste im Indischen Ozean liegen u.a. die Inseln Sansibar, Pemba und auch die Insel Mafia, zu der ein Meerespark mit Walhaien und Korallenriffen gehört.

Tansania gehört mit zu den ärmsten Ländern der Welt. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt unter 2 $ pro Tag. Der größte Arbeitgeber ist die Tourismusbranche.

Im Vordergrund afrikanische Landschaft mit Schirmakazien und im Hintergrund der Kilimandscharo mit seinem flachen Gipfel von Schnee und Eis bedeckt.
Der Kilimandscharo, mit seinen 5.895 m, ist der höchste Berg Afrikas und der Stolz Tansanias.

Sozio-ökonomische Kennzahlen Tansania

Gesamtbevölkerung (in tausend) 63.124
Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 24 Jahren (in tausend) 11.697
Bevölkerung 14 Jahre und jünger (in tausend) 26.018
Bevölkerung die auf dem Land lebt (%) 64
Geburtenrate pro Frau 4,80
BIP pro Kopf in US$ 2.933
Unter 2$ pro Tag lebend (in %) 49.40
% der Bevölkerung gesamt unter 14 Jahren 44

Beteiligung am Bildungswesen

Grundschule 84 % (2020)
Untere weiterführende Schule (Secondary) 31 % (2021)
Höhere weiterführende Schule (Tertiary)   8 % (2020)
Quelle: UNESCOGlobal Economy

Schüler mit Schulabschluss

Grundschulabschluss
In 2021 haben 82,68% der Grundschüler die Abschlussprüfung bestanden (NECTA).  Allerdings war der Notendurchschnitt von über der Hälfte aller Abschlussschüler nicht ausreichend für den weiterführenden Schulbesuch, der Secondary.

Secondary Schulabschluss
Je nach Region lag die Quote bestandener Abschlussprüfungen (ACSEE 2021) zwischen 99% und 67%. Dabei zeigte sich ein deutliches Gefälle zwischen Großstädten, wie z.B. Dar es Salaam mit 99% und der Mara-Region mit 67%.

Alphabetisierungsrate

Alphabetisierungsrate der Erwachsenen >15  82,6%
Alphabetisierungsrate der Jugendlichen <15  87,8%

Quelle: Knoema