Gesundheit & Periodenarmut

Periodenarmut in Ostafrika: Ein medizinischer Notfall

Rund 65 % der Mädchen und Frauen haben keinen Zugang zu sicheren Hygieneprodukten. Aus Verzweiflung greifen sie zu lebensgefährlichen Alternativen. Periodenarmut ist kein bloßes Ärgernis oder Tabu – sie ist eine medizinische Notlage.

Lebensbedrohliche Alternativen aus purer Not

Eine Packung Binden oder Tampons kostet oft mehr als ein Tageseinkommen. Für Familien, die von weniger als 1,90 USD am Tag leben, ist das unbezahlbar.

Die Mädchen nutzen deshalb, was sie finden können: alte Stoffreste, Matratzenfüllungen, Gras oder Papier, das irgendwo mitgenommen wird.

Medizinische Folgen

Ärzte in unseren Projektgebieten, wie Dr. Msobi in Tansania und Dr. Mbango in Kenia, warnen vor den drastischen Folgen.

„Wir behandeln ständig Mädchen mit schweren, oft lebensbedrohlichen Infektionen im Genitalbereich.“
Ärztliches Statement aus den Projektgebieten von Planet Children

Die Ersatzmaterialien sind oft verunreinigt, Tampons werden zu lange nicht gewechselt; all das führt zu schweren bakteriellen Infektionen, so Dr. Mbango.

Warum steuerliche Maßnahmen nicht ausreichen

Kenia hat 2004 als erstes Land die Mehrwertsteuer auf Hygieneartikel abgeschafft, doch die Not bleibt.

Für Familien in extremer Armut sind Periodenprodukte selbst ohne Mehrwertsteuer unerschwinglich. Nachhaltige Lösungen müssen die Mädchen direkt erreichen.

Periodenarmut ist kein reines Hygieneproblem. Sie betrifft Gesundheit, Würde, Bildung und Schutz. Hilfe muss deshalb direkt bei den Mädchen ankommen.