Mädchen schützen

FGM und Kinderheirat
in Afrika stoppen

Jedes Mädchen verdient ein unversehrtes und selbstbestimmtes Leben. Gemeinsam setzen wir uns gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM), Kinderheirat und Zwangsehe ein – für die Rechte von Mädchen und jungen Frauen, für Schutz, Bildung und eine sichere Zukunft.

Ihre Spende hilft, Mädchen vor FGM und Kinderheirat zu schützen.

Lächelndes Mädchen in Afrika hält eine junge Katze auf dem Arm.

Gastfamilie oder Safe House

entscheidend ist, dass die Mädchen in Sicherheit sind

  • Aktiv für Mädchenrechte
  • Ehrenamtlich geführt
  • Spenden steuerlich absetzbar

FGM und Kinderheirat:
Zwei Menschenrechts­verletzungen mit schweren Folgen für Mädchen

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM, auch FGM/C für Female Genital Mutilation/Cutting) gehört zu den schwersten Formen der Gewalt gegen Mädchen. Der Eingriff verletzt und verändert ihren Körper irreversibel – mit körperlichen und seelischen Folgen, die sie ihr Leben lang begleiten.

Die Zahl der von FGM betroffenen Mädchen und Frauen ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen – in Kenia liegt der Anteil national bei etwa 9 %, in Tansania bei 8 %.

Doch hinter diesen Prozentzahlen stehen immer noch viele Hunderttausend Mädchen und Frauen, die von FGM betroffen sind.

Die nationalen Durchschnittswerte verdecken extreme regionale Unterschiede1

FGM-Rate

Kenia & Tansania

Kenianational

9 %

Tansanianational

8 %

WajirRegion, Kenia

97 %

ManderaRegion, Kenia

96 %

Garissa & MarsabitRegionen, Kenia

83 %

Manyara & ArushaRegionen, Tansania

43 %

Wo ein Mädchen aufwächst, kann entscheidend dafür sein, wie groß das Risiko einer Genitalverstümmelung ist.

Quellen: UNICEF Kenya (2025) · UNFPA Tansania

Schülerin und Schüler tauschen auf einem Schulhof in Ostafrika Schulbücher aus.

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM): Warum Mädchen noch immer gefährdet sind

Fast eine Million Mädchen werden laut UNICEF jedes Jahr allein in Ost- und Südafrika noch immer Opfer von FGM. Und das, obwohl die Praxis in Ländern wie Kenia und Tansania gesetzlich verboten ist3.

Der soziale Druck auf Familien ist groß. Eltern fürchten Ausgrenzung und gesellschaftliche Nachteile für ihre Töchter, wenn sie sich gegen die Tradition stellen. Hinzu kommen überlieferte Vorstellungen von Reinheit, Jungfräulichkeit und der Kontrolle weiblicher Sexualität. So wird FGM trotz Verboten weiterhin praktiziert – häufig im Verborgenen.

Um Mädchen dauerhaft zu schützen, müssen deshalb nicht nur Gesetze greifen, sondern gesellschaftliche Einstellungen verändert werden.

Jetzt Mädchen vor FGM schützen

  1. 1998

    FGM wird in Tansania verboten.
    UNFPA

  2. 2011

    FGM wird in Kenia verboten.

Verboten – aber noch lange nicht beendet.

230 Millionen Mädchen und Frauen sind weltweit von FGM betroffen. Davon allein 144 Millionen in Afrika. UNICEF
Kinderheirat

Alle zwei
Sekunden

werden Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet

0

Mädchen, seit Sie diese Seite geöffnet haben

Live-Zähler auf Basis von 12 Millionen Fällen pro Jahr 12 Millionen pro Jahr
12 Millionen

UNICEF: Jedes Jahr sind rund 12 Millionen Mädchen weltweit davon betroffen. Das bedeutet: Alle zwei Sekunden wird die Kindheit eines Mädchens gewaltsam beendet.

Kinderheirat stoppen: Das Ende der Kindheit verhindern

Schülerin auf dem Heimweg von der Schule beobachtet spielende Kinder in einem Dorf in Ostafrika.
Jede dritte

junge Frau in Ost- und Südafrika

Jede dritte junge Frau in Ost- und Südafrika wurde vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet – fast jede zehnte sogar vor ihrem 15. Geburtstag. Rund 4,9 Millionen Mädchen sind davon bereits betroffen. Und wenn sich das Tempo im Kampf gegen Kinderheirat nicht deutlich erhöht, könnten in den kommen zehn Jahren weitere 20 Millionen Mädchen hinzukommen4.

Auch Jungen sind betroffen

Doch Kinderheirat trifft Mädchen deutlich häufiger: In Ost- und Südafrika werden etwa 7-mal so viele Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet wie Jungen.
Quelle: UNICEF

Armut und Not erhöhen das Risiko für Mädchen

Ob ein Mädchen früh verheiratet wird, hängt stark davon ab, wo und unter welchen Bedingungen es aufwächst. UNICEF-Daten zeigen: Kinderheirat ist in ländlichen Regionen deutlich verbreiteter als in Städten und trifft Mädchen aus ärmeren Familien besonders häufig. Auch die Bildung der Eltern spielt eine entscheidende Rolle – je geringer der Bildungsstand, desto größer ist das Risiko einer frühen Verheiratung. Armut, fehlende Bildung und gesellschaftliche Normen können sich so gegenseitig verstärken.

Wenn das Geld nicht einmal für das tägliche Essen reicht, kann der Brautpreis für eine Tochter zur vermeintlichen Rettung für die ganze Familie werden. Die Not der Familie wird so zum Risiko für die Zukunft des Mädchens. UNICEF warnt, dass Klimakrisen, Dürren und zunehmende wirtschaftliche Not bereits erzielte Fortschritte im Kampf gegen Kinderheirat gefährden. In besonders betroffenen Regionen ist bereits ein deutlicher Anstieg von Kinderheirat und Zwangsehen zu beobachten.

Wo Familien ihre Lebensgrundlage verlieren, wächst die Gefahr, dass Mädchen früh verheiratet werden.

Wenn Kinderheirat zu moderner Sklaverei wird

Die Folgen von Kinderheirat sind schwerwiegend. Die Mädchen müssen meist die Schule abbrechen, geraten in wirtschaftliche Abhängigkeit und müssen viel zu früh die Rolle einer Ehefrau und Mutter übernehmen. Frühe Schwangerschaften bringen erhebliche gesundheitliche Risiken für die jungen Mütter und ihre Babys mit sich.

Manche kommen als zweite oder sogar dritte Ehefrau in einen bestehenden Haushalt, in dem sie kaum eigene Rechte haben. Sie werden von älteren Frauen und dem Ehemann oft isoliert, als billige Arbeitskräfte ausgenutzt und seelisch wie körperlich schlecht behandelt.

Wo Mädchen gegen ihren Willen verheiratet werden, die Ehe nicht verlassen können und zu Arbeit oder anderen Pflichten gezwungen werden, ist die Einordnung eindeutig:

Internationale Arbeitsorganisation (ILO)

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) zählt Zwangsehen zu den Formen moderner Sklaverei.

ILO – Global Estimates of Modern Slavery

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Aufklärung kann Gefahren verhindern – und wenn Hilfe nötig ist, muss sie schnell erreichbar sein. Mit Ihrer Unterstützung können wir Mädchen in Sicherheit bringen und ihnen neue Perspektiven ermöglichen.

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Wie wir helfen: Aufklärung, Schutz und eine sichere Zukunft

Der Weg in ein selbstbestimmtes Leben beginnt mit Wissen. Durch unsere Aufklärungsarbeit erfahren Mädchen, dass sie Rechte haben und weder weibliche Genitalverstümmelung (FGM) noch Kinderheirat oder Zwangsehe hinnehmen müssen. Doch wer den Mut findet, sich dagegen zu stellen, braucht im Ernstfall schnelle und verlässliche Hilfe. Gemeinsam mit unserem Partner HANDS OF LOVE begleiten wir gefährdete Mädchen – von der Prävention und Aufklärung über Schutz und sichere Zuflucht bis hin zu Bildung und einer selbstbestimmten Zukunft.

Prävention & Aufklärung

Wissen schützt Mädchen

Gemeinsam mit unserem Partner HANDS OF LOVE klären wir Mädchen und Jungen in Schulen über ihre Rechte sowie die gesundheitlichen und sozialen Folgen von FGM, Kinderheirat und Zwangsehe auf. Gleichzeitig beziehen wir Eltern, Dorfälteste und weitere wichtige Entscheidungsträger ein. Denn Mädchen dauerhaft zu schützen bedeutet auch, gesellschaftliche Einstellungen und Traditionen zu verändern.

Durch unsere weiteren Schulprojekte arbeiten wir bereits eng mit vielen Schulen zusammen. Vertrauenslehrer:innen vor Ort sind für die Kinder bekannte Ansprechpartner, an die sie sich jederzeit wenden können, wenn sie Hilfe brauchen. Zusätzlich erhalten alle Mädchen und Jungen Kontaktkarten mit Notfallnummern und persönlichen Ansprechpartnern. So wissen sie, wohin sie sich wenden können, wenn sie selbst bedroht sind oder sich Sorgen um ein anderes Kind machen – und können Hilfe holen, bevor es zu spät ist.

Kontaktkarte

Notfallnummern

Persönlichen Ansprechpartnern

Zusätzlich erhalten alle Mädchen und Jungen Kontaktkarten mit Notfallnummern und persönlichen Ansprechpartnern.

Aufklärungsunterricht zu FGM und Kinderheirat mit Mädchen und Jungen an einer Schule in Afrika. Schülerin im persönlichen Gespräch mit einer Vertrauenslehrerin auf dem Schulgelände einer Schule in Kenia.

Schutz & Hilfe

Wenn ein Mädchen in Gefahr ist

Meist ist die Vertrauenslehrerin die erste Anlaufstelle, wenn einem Mädchen FGM, Kinderheirat oder Zwangsverheiratung droht.

  1. 01

    Wenn möglich, versucht sie zunächst gemeinsam mit den Eltern, die Gefahr abzuwenden. Ist das nicht möglich, informiert sie uns.

  2. 02

    Wir holen das Mädchen ab und bringen es zunächst an einen sicheren Ort.

  3. 03

    Gemeinsam mit der Schulleitung suchen wir anschließend das Gespräch mit den Eltern. Erst wenn keine Gefahr mehr besteht, kehrt das Mädchen zu seiner Familie zurück.

  4. 04

    Andernfalls sorgen wir für einen sicheren Platz – in einem Safe House oder, häufiger, bei einer Gastfamilie.

Mitarbeiterin empfängt nachts ein junges Mädchen und seine Großmutter an einem Fahrzeug in einem Dorf in Kenia.

Manchmal bleibt dafür kaum Zeit.

Besonders bei jüngeren Mädchen, die noch nicht zur Schule gehen, erfahren wir mitunter erst von einer drohenden FGM, wenn die Gefahr unmittelbar bevorsteht. Dann fahren wir auch nachts so weit wie möglich in Richtung der abgelegenen Dörfer, um die Mädchen abzuholen und in Sicherheit zu bringen.

Lächelnde Schülerin beim Lernen im Unterricht an einer Schule in Afrika. Schülerin aus Afrika lernt an einem Tisch, während eine Frau im Hintergrund Essen zubereitet.

Bildung & Perspektive

Schutz allein reicht nicht

Ist die unmittelbare Gefahr vorüber, beginnt die langfristige Begleitung. Unser Ziel ist, dass die Mädchen ihre Schulbildung fortsetzen können – unabhängig davon, ob sie wieder bei ihrer Familie leben, in einer Gastfamilie untergebracht sind oder vorübergehend in einem Safe House bleiben.

Gemeinsam mit unseren Partnern und den Schulen unterstützen wir sie dabei, ihren Bildungsweg fortzusetzen.

Denn ein sicherer Ort schützt ein Mädchen heute. Bildung eröffnet ihr die Chance, ihr Leben morgen selbst zu bestimmen.

FGM und Kinderheirat: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Zwei Schülerinnen in Schuluniform stehen lächelnd auf einer belebten Straße in Ostafrika.

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM, auch FGM/C) bezeichnet die teilweise oder vollständige Entfernung beziehungsweise Verletzung der äußeren weiblichen Genitalien ohne medizinischen Grund.

Der Eingriff ist irreversibel, stellt eine schwere Verletzung der Menschenrechte von Mädchen und Frauen dar, mit lebenslangen körperlichen und seelischen Folgen.

Die WHO unterscheidet vier verschiedene Formen der weiblichen Genitalverstümmelung. Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Formen finden Sie bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Zu den vier Formen von FGM bei der WHO

FGM und Kinderheirat kommen weltweit vor, besonders stark betroffen sind jedoch Teile Afrikas. FGM ist vor allem in Ländern und Regionen West-, Ost- und Nordostafrikas verbreitet, während Kinderheirat insbesondere in Subsahara-Afrika weiterhin häufig vorkommt.

Auch innerhalb einzelner Länder sind die Unterschiede enorm: In Kenia ist FGM landesweit deutlich zurückgegangen, während in einzelnen Regionen im Norden und Nordosten noch immer mehr als 80 bis über 90 Prozent der Frauen betroffen sind. Auch in Tansania gibt es Regionen, in denen die Prävalenz ein Vielfaches des Landesdurchschnitts beträgt.

In einigen Gemeinschaften sind FGM und Kinderheirat eng miteinander verbunden. Die Beschneidung gilt dort als Übergang vom Mädchen zur Frau und kann Voraussetzung oder Vorbereitung für eine Heirat sein. Dadurch kann auf FGM schon kurze Zeit später eine frühe Verheiratung folgen.

Für die betroffenen Mädchen bedeutet das häufig zwei miteinander verbundene Menschenrechtsverletzungen, die ihre Gesundheit, Bildung und weitere Zukunft erheblich beeinträchtigen können.

Wenn ein Mädchen bedroht ist, sollte es sich so früh wie möglich einer Person anvertrauen, bei der es Hilfe bekommen kann – zum Beispiel einer Vertrauenslehrerin oder einer anderen verlässlichen erwachsenen Person.

An unseren Partnerschulen können sich die Mädchen direkt an die Vertrauenslehrer:innen wenden. Zusätzlich erhalten alle Mädchen und Jungen unsere Notfallnummern. Bei akuter Gefahr organisieren wir gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort einen sicheren Ort und die weiteren notwendigen Schritte zum Schutz des Mädchens.

Unsere Hilfe setzt auf drei Ebenen an: Prävention, Schutz und langfristige Perspektiven. Wir klären Mädchen und Jungen über Kinderrechte, FGM und Kinderheirat auf und schaffen mit Vertrauenslehrerinnen und Notfallnummern direkte Anlaufstellen.

Ist ein Mädchen akut gefährdet, bringen wir es gemeinsam mit unseren lokalen Partnern an einen sicheren Ort und suchen nach einer langfristigen Lösung. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass betroffene Mädchen ihre Schulbildung fortsetzen können – denn Schutz soll nicht nur die unmittelbare Gefahr beenden, sondern ihnen eine selbstbestimmte Zukunft ermöglichen.

Gemeinsam zum Schutz von Mädchen

Schenken Sie Mädchen Schutz und eine selbstbestimmte Zukunft

FGM und Kinderheirat können das Leben eines Mädchens für immer verändern. Mit Ihrer Unterstützung können wir aufklären und eingreifen, wenn ein Mädchen in Gefahr ist, und dafür sorgen, dass es weiter zur Schule gehen kann.

Jetzt Mädchen schützen

Ehrenamtlich geführtHilfe direkt vor OrtSpenden steuerlich absetzbar

Schülerin mit Vertrauenslehrerin und Mitarbeiterin von Planet Children auf einem Schulgelände in Kenia.