Nachhaltigkeit & Periodenarmut
10 Jahre Bildung – ohne Periodenstress
Einmalprodukte sind keine Lösung für ein dauerhaftes Problem. Wer Periodenarmut wirkungsvoll bekämpfen will, muss groß denken und nachhaltig handeln.
Warum wir auf wiederverwendbare Lösungen setzen – und wie eine kleine Tasse die Bildungsbiografien von Mädchen über ein Jahrzehnt sichern kann.
Das Problem mit Einwegprodukten
Einwegbinden und Tampons verursachen große Mengen an Abfall und belasten die Umwelt – besonders dort, wo Entsorgungssysteme fehlen.
Gleichzeitig sind sie teuer, weil sie regelmäßig nachgekauft und verteilt werden müssen. Dadurch können mit den verfügbaren Mitteln deutlich weniger Mädchen erreicht werden.
Deshalb setzen wir auf wiederverwendbare Lösungen, die nachhaltig sind und mehr Mädchen langfristig unterstützen.
Wiederverwendbare Stoffbinden: Ein erster Schritt
Stoffbinden sind eine wertvolle Ergänzung, besonders für jüngere Mädchen.
- Vorteile: Sie können von lokalen Initiativen genäht werden, was Frauen vor Ort ein kleines Einkommen ermöglicht. Zudem sind sie bereits für Mädchen ab der ersten Menstruation leicht anwendbar.
- Herausforderungen: Ihr größter Nachteil ist der hohe Wasserverbrauch. In Slums und ländlichen Regionen ist sauberes Wasser jedoch Mangelware. Zudem müssen sie zum Trocknen aufgehängt werden – ein Problem in Gesellschaften, in denen die Periode verborgen bleiben soll.
- Im Schulalltag: Da Stoffbinden öfter gewechselt werden müssen und viele Schulen keine geeigneten Toiletten bieten, bleiben sie im Schulalltag oft unpraktisch. Zusätzlich müssen sie bereits nach zwei bis drei Jahren ersetzt werden.
Menstruationstassen: Der Goldstandard der Nachhaltigkeit
Wie die Epidemiologin Dr. Penelope Phillips-Howard in ihren Studien belegt, ist die Menstruationstasse eines der wirksamsten Mittel im Kampf gegen Periodenarmut. Wir sehen die Vorteile täglich in unserer Arbeit.
- Langfristigkeit: Eine einzige Tasse kann bis zu 10 Jahre verwendet werden – ein ganzes Jahrzehnt Bildungssicherheit.
- Schutz im Unterricht: Sie bietet bis zu 12 Stunden Schutz. Mädchen müssen die Tasse während der Schulzeit nicht wechseln und umgehen so das Problem mangelhafter Schultoiletten.
- Ressourcenschonend: Sie benötigt nur minimal Wasser zur Reinigung und verursacht keinerlei Abfall.
Allerdings sind Menstruationstassen nicht für alle Altersgruppen sofort geeignet. Sie empfehlen sich vor allem für Mädchen ab etwa 14 Jahren und erfordern eine sorgfältige Einführung und Aufklärung.
Genau hier setzen wir an: mit Schulungen, Begleitung und langfristiger Unterstützung.
Unsere Strategie gegen Periodenarmut
Unser Ansatz kombiniert Aufklärung mit nachhaltigen Lösungen. Wo sinnvoll, unterstützen wir lokale Initiativen durch Produktion für wiederverwendbare Produkte. Gleichzeitig setzen wir gezielt auf Menstruationstassen, um Mädchen eine langfristige, sichere und würdevolle Lösung zu ermöglichen.
Wenn Menstruation kein Hindernis mehr ist, wird Bildung möglich – nicht nur für einen Monat, sondern über Jahre hinweg.

