FGM – das passiert dabei

Seit 2003 findet jährlich am 6. Februar der „Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung“ (engl.“ International Day
of Zero Tolerance to Female Genital Mutilation
“) statt, um auf diese Form der Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen.
Ausgerufen wurde dieser Tag von Stella Obasanjo, der damaligen First Lady von Nigeria. Von der UN-Menschenrechtskommission
wurde dieser Tag im Jahr 2012 zum internationalen Gedenktag erklärt.

 

In ihrem Bericht vom 21. Januar 2022 geht die WHO geht davon aus, dass weltweit rund 230 Millionen von den heute lebenden
Mädchen und Frauen genital verstümmelt worden sind. Wie viele tausende von Mädchen daran gestorben sind, ist eine Dunkelziffer,
die niemand kennt. Und jährlich sind etwa 3 Millionen Mädchen in Gefahr Opfer einer Beschneidung zu werden, die Zahl der Opfer könnte noch viel größer sein.

Aufgrund der Schulschließungen durch Covid 19 und dem damit verbunden Ausfall wichtiger Präventionsprogramme, sind weitere
2 Milionen Mädchen zusätzlich in Gefahr. So das Ergebnis einer Studie der UNICEF zusammen mit UNFPA.

Es gibt verschiedene Formen der weiblichen Genitalbeschneidung (engl. FGC = Female Genital Cutting) | Genitalverstümmelung (engl. FGM =  Female Genital Mutilation)

Die WHO klassifiziert vier Formen der weiblichen Genitalverstümmelung: Typ I bis Typ IV 
Bei Typ I, der „leichtesten“ Form (Sunna-Beschneidung) wird die Klitoris entfernt (Klitoridektomie). Bei einer Typ III Beschneidung
(Pharaonische Beschneidung / Infibulation) werden die Klitoris sowie die inneren und äußeren Schamlippen entfernt. Anschließend
wird die Vaginalöffnung bis auf ein stecknadelkopfgroßes Loch verschlossen. Es ist die schlimmste und invasivste Form der
Beschneidung.  Und das Leid ist damit noch nicht zu Ende. Für den sexuellen Verkehr oder die Geburt eines Kindes müssen die
Frauen wieder aufgeschnitten werden. Es ist ein immer wiederkehrendes Trauma für die Betroffenen.

Rasierklingen, Glasscherben und Messer als „medizinische Geräte“

Festgehalten an den Beinen und am Oberkörper wird die Beschneidung ohne Betäubung durchgeführt. Rostige Rasierklingen und
Messer, manchmal auch nur eine Glasscherbe dienen der Beschneiderin als Werkzeuge. Dazu kommt, dass die meisten Beschneiderinnen ältere Frauen sind. Manche von ihnen sehen nicht mehr gut oder es zittern die Hände. Dadurch wird den Mädchen oft noch zusätzlicher gesundheitlicher Schaden zugefügt.

Nicht wenige der Mädchen sterben am hohen Blutverlust oder den Folgen einer Entzündung, Blutvergiftung oder am Schock. Dabei
werden die Mädchen immer jünger. Um das Risiko einer Entdeckung zu minimieren, werden viele der Mädchen bereits vor dem
Kindergartenalter der Beschneidung unterzogen, damit es zu keiner Anzeige durch die Lehrer oder Kindergartenerzieher kommt.

Wer überlebt leidet ein Leben lang an der Verstümmelung

Eine Beschneidung kann nicht rückgängig gemacht werden. Die brutale Prozedur ist für das Mädchen nicht nur unsagbar schmerzhaft, sondern ein Leben lang mit schwersten körperlichen und seelischen Folgen verbunden. Von chronischen
Schmerzen im Uro-Genitalbereich bis hin zu schwersten Depressionen.  Die Auflistung über die Beschwerden und Langzeitfolgen der Genitalverstümmelung, herausgegeben von der WHO, ist lang

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