Gesundheit & Periodenarmut
Wenn Periodenarmut die Gesundheit bedroht
Periodenarmut ist weit mehr als ein Mangel an Hygieneartikeln. Sie ist eine massive Barriere für Bildung und eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit.
Aus Angst vor sozialer Abwertung und tiefer Scham greifen Millionen Mädchen in Ostafrika zu unsicheren Alternativen, weil herkömmliche Binden für sie schlicht unbezahlbar sind.
Die Verzweiflung hinter der Wahl
In Kenia und Tansania kostet eine Packung Binden fast so viel wie eine Tagesmahlzeit. Für eine Familie, die von weniger als 1,90 USD am Tag lebt, ist das ein unmöglicher Luxus.
Um dennoch am Unterricht teilnehmen zu können oder den Alltag zu bewältigen, nutzen Mädchen alles, was sie finden können. Zu diesen gefährlichen Ersatzmaterialien gehören:
- alte Stoffreste, Zeitungen und Schaumstoff
- Füllungen aus gebrauchten Matratzen
- mehrfach genutzte Einweg-Binden
- Tampons, die nicht rechtzeitig gewechselt werden
Medizinische Folgen: Infektionen und HIV-Risiko
Was als Notlösung beginnt, endet oft in der Notaufnahme. Unsere Partnerärzte vor Ort, wie Dr. Msobi in Tansania und Dr. Mbango in Kenia, berichten regelmäßig von schweren Komplikationen.
Die Ersatzmaterialien sind oft verunreinigt. Es kommt zu schmerzhaften Entzündungen und lebensbedrohlichen Infektionen im Genitalbereich – bis hin zum toxischen Schocksyndrom.
Bildung darf nicht die Gesundheit kosten
Der Druck, trotz Periode in der Schule zu erscheinen, ist enorm. Jedes Mädchen weiß: Fehlzeiten bedeuten schlechtere Noten und gefährden den Schulabschluss.
Doch der Versuch, Bildungsungerechtigkeit durch unhygienische Provisorien zu umgehen, kann Mädchen ihre Gesundheit kosten.
Kein Mädchen sollte gezwungen sein, ihre Gesundheit zu riskieren, um ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen.

